Sunday, September 7, 2014

Geld, Gesundheit, Umwelt: Die größten Ängste der Deutschen

Wovor haben die Deutschen eigentlich am meisten Angst? Das wollen …



Wovor haben die Deutschen eigentlich am meisten Angst? Das wollen …


… die R+V-Versicherungen bereits seit 1992 von jeweils etwa 2400 Bundesbürgern ab 14 Jahren wissen. Jedes Mal wird dabei nach denselben Grundängsten …


… wie die vor Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder Naturkatastrophen gefragt, hinzu kommen Sonderfragen aufgrund aktueller Ereignisse und Themen.


Grund zur Beunruhigung gäbe es derzeit mehr als genug: Kämpfe in der Ukraine …


… Bürgerkrieg in Syrien, …


… die Ebola-Epidemie in Westafrika bestimmen die Nachrichten. Doch auf die konkreten Ängste der Deutschen haben sie offenbar …


… kaum Einfluss: Die Deutschen sind entspannt wie seit vielen Jahren nicht mehr.


Nie zuvor befürchteten so wenige Bundesbürger, dass es mit der Wirtschaft bergab geht und die Arbeitslosenzahlen steigen.


Auf ein Rekordtief fiel laut der Langzeituntersuchung auch die Sorge um eine Überforderung der Politiker.


Noch bedeutsamer: Der “Angstindex”, der Durchschnitt aller langjährig abgefragten Ängste, sank um 2 Prozentpunkte …


… auf 39 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Was sind nun aber, bei aller entspannten Stimmung, die derzeit größten wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Ängste der Deutschen?


Bei den 16 langjährig abgefragten Ängsten steht 2014 die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 58 Prozent ganz oben (2013: 61 Prozent): Sie hat damit seit dem Start der Studie schon zum 15. Mal den Spitzenplatz.


Diese Sorge ist auch nicht unbegründet: Strom ist laut Statistischem Bundesamt seit 2004 um 70 Prozent teurer geworden, Kraftstoff um 38 Prozent und Nahrungsmittel immerhin um 26 Prozent.


Hagel, Stürme, Überschwemmungen: Nach dem Unwetterjahr 2013 vergeht auch in diesem Jahr kaum ein Monat ohne schwere Unwetterschäden. Mit 51 Prozent (2013: 56 Prozent) liegt die Angst vor Naturkatastrophen wie im Jahr zuvor auf Platz 2.


Trotzdem befürchtet nur etwa jeder Fünfte (19 Prozent), dass sein eigenes Haus bei Naturkatastrophen schwer beschädigt werden könnte. Die meisten hoffen wohl einfach, dass sie verschont bleiben.


Gleichauf auf Platz 2 liegt in diesem Jahr die Angst vor einer Pflegebedürftigkeit im Alter. Rund 2,5 Millionen …


… Pflegebedürftige gibt es inzwischen in Deutschland und es werden aufgrund des demografischen Wandels zukünftig eher mehr. Dementsprechend hoch ist auch die Sorge, im Alter auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und anderen als Pflegefall zur Last zu fallen.


Mit 51 Prozent stieg dieses Thema daher gemeinsam mit der Furcht vor Naturkatastrophen auf Platz 2 (2013: Rang 3). Frauen sind mit 58 Prozent in dieser Frage wesentlich besorgter als Männer (45 Prozent).


“Frauen haben aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung ein viel größeres Pflegerisiko”, sagt Rita Jakli, Leiterin des R+V-Infocenters, zur Erklärung. So verwundert es kaum, …


… dass Frauen mit 54 Prozent auch vor schweren Erkrankungen mehr Angst haben als Männer (40 Prozent). Im Durchschnitt sind es 47 Prozent.


Seit vier Jahren werden die 16 Standardfragen der Studie um Sonderfragen zur Euro-Schuldenkrise ergänzt. Und seither übertrifft die Sorge, dass die deutschen Steuerzahler die Kosten der Schuldenkrise in der Euro-Zone tragen müssen, alle anderen Ängste.


Obwohl diese Angst gegenüber 2013 um 8 Prozentpunkte gesunken ist, bleibt sie mit 60 Prozent noch immer auf hohem Niveau. Deutlich geringer geworden ist dagegen die Befürchtung, dass die Schuldenkrise den Euro gefährden könnte (45 Prozent, 2013: 53 Prozent).


Wirtschaftlich-politische Sorgen erreichen sogar ein Rekordtief: Mit 9 Prozentpunkten am stärksten gesunken ist die Angst vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage. Sie hat mit 41 Prozent den niedrigsten Stand seit 15 Jahren.


Auch die Sorge, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland zunehmen könnte, liegt auf einem Rekordtief (33 Prozent, 2013: 39 Prozent). Und nur noch jeder dritte Deutsche sorgt sich um die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes.


Überwiegend skeptisch bewerteten die Bundesbürger bisher die Qualifikation von Politikern. Seit zwei Jahren zeigt sich hier eine Änderung: …


… Während 2012 noch eine Mehrheit von 55 Prozent befürchtete, dass die Volksvertreter von ihren Aufgaben überfordert seien, sind es 2014 nur noch 44 Prozent (2013: 45 Prozent).


Unterschiedlich ausgeprägt sind einige Ängste in Ost- und Westdeutschland: 2013 mit 41 Prozent erstmals seit Beginn der Studie auf gleichem Niveau, driftet das durchschnittliche Angstniveau in Ost und West 25 Jahre nach dem Mauerfall wieder leicht auseinander.


Während im Osten 43 Prozent sorgenvoll in die Zukunft blicken, sind es im Westen nur 38 Prozent. Der größte Unterschied: Das Risiko, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, sorgt 43 Prozent der Ostdeutschen, im Westen sind es 30 Prozent.


Seit Jahren beständig größer ist in den neuen Bundesländern die Angst vor höheren Ausgaben: 66 Prozent aller Ostdeutschen befürchten, dass die Lebenshaltungskosten steigen. Im Westen ist diese Furcht um 10 Prozentpunkte geringer.


Und auch aufs Alter und eine mögliche Pflegebedürftigkeit blicken die Menschen im Osten Deutschlands deutlich pessimistischer (59 Prozent, West: 50 Prozent).


Nur eine einzige Angst ist im Verlauf der Studie in den alten Bundesländern schon immer höher gewesen: Im Westen fürchten sich 53 Prozent der Bürger vor Naturkatastrophen, im Osten sind es 46 Prozent.


Etwa jeder dritte Deutsche macht sich Sorgen um Krieg und politische Krisen. Die Furcht vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung ist eine der wenigen Ängste, die 2014 etwas gestiegen ist (plus 3 Prozentpunkte). Mit 35 Prozent liegt sie dennoch nur auf Rang 10.


Fast genauso viele Deutsche haben Angst davor, dass die Ukraine-Krise zu militärischen Konflikten zwischen Russland und dem Westen führen könnte (37 Prozent).


Immer weniger Deutsche befürchten, im Alter einsam zu sein: Mit 28 Prozent ist diese Sorge geringer denn je.


Die Angst vor dem Zerbrechen der Partnerschaft bleibt wie in den vergangenen Jahren mit 18 Prozent das Schlusslicht im Ängste-Ranking.


Der Politologe Manfred Schmidt von der Uni Heidelberg fasst die Ergebnisse der Studie so zusammen: “Die Deutschen sind kein Volk von Angsthasen, sondern reagieren mit berechtigter Sorge auf aktuelle Ereignisse und Probleme.” (abe/R+V)




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