Montag, 23. Juni 2014
Mehr als 250.000 Deutsche sind spielsüchtig. Besonders verlockend sind Automaten. Mit einem Trick umgeht die Branche dabei bestehende Beschränkungen. Wirtschaftsminister Gabriel will das ändern. Betroffen wären Hunderttausende Spielgeräte.
Die Bundesregierung will die Spielautomaten-Industrie einem Bericht zufolge stärker an die Kandare nehmen. So sollen Jugendliche und Erwachsene besser vor Spielsucht und unkontrollierten Verlusten geschützt werden. Wie die “Berliner Zeitung” berichtete, soll mit einer Neufassung der Spielverordnung ein Trick der Spielautomaten-Hersteller verboten werden. Als Konsequenz müsse die Branche mehrere hunderttausend Geldspielautomaten austauschen oder umrüsten.
Das Verbot betreffe das sogenannte Punktespiel, das in fast allen Geldspielautomaten in Deutschland praktiziert werde, berichtete die Zeitung. Dabei werde der eingeworfene Geldbetrag umgehend in Punkte umgewandelt. Damit setze sich die Branche über alle gesetzlichen Regelungen zu Höchsteinsatz und Höchstverlust sowie zur Spieldauer hinweg. Suchtforschern zufolge ist das Spiel um Punkte besonders gefährlich, weil die Spieler jeden Bezug zum Geld verlieren würden.
Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sind in Deutschland etwa 265.000 bis 275.000 Menschen an Spielsucht erkrankt. Weitere drei Millionen haben ein riskantes Spielverhalten.
Dem Bericht zufolge einigte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit allen beteiligten Bundesländern auf die Änderung. Gabriels Vorgänger Philipp Rösler (FDP) war mit seiner geplanten Novelle der Glücksspielverordnung an den Ländern gescheitert. Mehrere Ausschüsse des Bundesrats hatten vor einem Jahr deutliche Verschärfungen des Entwurfs gefordert.
Quelle: n-tv.de
Kampf gegen Spielsucht: Koalition nimmt sich Spielautomaten vor
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