Hamburg – Kei Nishikori hat bei den US Open in New York Tennis-Geschichte geschrieben: Als erster Asiate zog der Japaner im Herreneinzel ins Endspiel eines Grand-Slam-Turniers ein. Nishikori setzte sich gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic 6:4, 1:6, 7:6 (7:4), 6:3 durch.
“Ich weiß nicht, was hier abgeht”, sagte Nishikori überglücklich, nachdem er nach 2:52 Stunden seinen zweiten Matchball verwandelt hatte: “Ich war sehr angespannt, es war ja mein erstes Halbfinale bei einem Grand Slam. Es ist ein unglaubliches Gefühl, im Finale zu stehen und die Nummer eins geschlagen zu haben. Ich habe versucht, konzentriert zu bleiben nach dem zweiten Satz. Es waren schwere Bedingungen, sehr heiß, sehr feucht.” Bei Temperaturen von knapp 35 Grad Celsius litt auf der Tribüne Djokovic-Coach Becker sichtlich mit.
Am Montag trifft Nishikori entweder auf Roger Federer (Schweiz) oder Marin Cilic (Kroatien). Der 24-Jährige verwandelte gegen Djokovic nach 2:52 Stunden seinen zweiten Matchball. In den beiden Runden zuvor hatte sich Nishikori jeweils in Fünsatzmatches über vier Stunden gegen Milos Raonic und Stan Wawrinka durchgesetzt.
Im dritten Vergleich mit Djokovic erwischte Nishikori einen perfekten Start: Gleich das erste Aufschlagsspiel nahm er dem siebenmaligen Grand-Slam-Turniersieger ab. Er kassierte zwar sofort das Re-Break zum 2:2, doch nach 39 Minuten entschied er den ersten Satz für sich. Mit einem Eisbeutel auf dem Kopf und im Nacken versuchte sich der Grand-Slam-Halbfinal-Debütant während des Seitenwechsels abzukühlen.
Den zweiten Satz gab Nishikori in nur 30 Minuten ab und wirkte dabei kurzzeitig etwas müde und unkonzentriert. In den beiden Runden zuvor hatte er insgesamt mehr als achteinhalb Stunden auf dem Platz gestanden und sich gegen den an Nummer fünf gesetzten Milos Raonic im Achtelfinale und gegen Australian-Open-Sieger Stan Wawrinka im Viertelfinale jeweils über fünf Sätze gequält.
“Hoffentlich kann ich noch einmal hundert Prozent abrufen”, hatte der Außenseiter vor der Partie gegen Djokovic gesagt. Er konnte. Im Tiebreak des dritten Satzes führte er 4:0 und 5:2, Djokovic kam noch einmal auf 5:4 heran, doch Nishikori nutzte die fünf unerzwungenen Fehler seines Kontrahenten im Tiebreak aus und entschied Durchgang drei in 66 Minuten für sich. Im vierten Satz nahm Nishikori seinem Gegner gleich das Aufschlagsspiel zum 1:0 an und wehrte im darauffolgenden Spiel drei Breakbälle Djokovics ab. Der Serbe konnte seinem Kontrahenten nie sein druckvolles Spiel aufzwingen und musste sich nach knapp drei Stunden geschlagen geben.
Halbfinale US Open: Nishikori schafft die Sensation
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